Biberacher Hütte zur Göppinger Hütte

Zweite Etappe der Lechquellenrunde

Wir starten früh in den Tag für die Etappe Biberacher Hütte zur Göppinger Hütte. Es ist ein besonderes Gefühl von Freiheit in der Morgendämmerung mit einer Tasse Kaffee auf die Terrasse hinaus zu treten. Wir würden gerne auf die ersten Sonnenstrahlen warten, aber das Rothorn und sein Grat stehen im Weg und es würde unseren geplanten Abmarsch zu weit nach hinten verschieben. Wir streichen uns also noch Brote für unterwegs und packen unsere Rucksäcke. Zeit in den Morgen aufzubrechen. Es wird wieder warm werden, somit ist in den Bergen Vorsicht vor den lauernden Gewittern geboten.

Der Weg beginnt gemütlich, genau was wir an so einem Tag brauchen: einlaufen. Wir lassen unseren Blick nochmals zurück zur Hochkünzelspitze und hinunter in das noch verschlafene Großwalsertal schweifen. Kaum an Höhe gewinnend oder verlierend geht es gemächlich von Alpe zu Alpe, die Braunarlspitze stets im Visier. Aber dort liegt nicht unser Ziel – bald kommt es zu einer Biegung und es geht in kurzer Zeit rasant bergab hinunter ins Talende des Großwalsertals, in den Metzgertobel. Wir stehen in der engen Rinne, unmittelbar unter hohen und steilen Felsabbrüchen. Der Blick auf die dahinter liegenden großen Wannen und das freundlichere Gebiet bleibt uns noch verborgen. In Richtung Westen, noch in etwas größerer Ferne, sehen wir ein Joch und marschieren ihm entgegen.

Es geht bergauf

Nun geht es das erste Mal an diesem Morgen bergauf. Das noch vom Raureif bedeckte Gras glitzert in der Sonne, die inzwischen das Tal erreicht hat. Rasch überwinden die vielen Serpentinen den enger werdenden Talschluss und schon liegt das vorhin noch ferne Joch in unmittelbarer Reichweite, aber es bleibt uns versagt – der Weg wendet sich nach Süden zum Gamsboden und verlässt die Aufstiegsroute. Gamsboden ist der Name eines kleinen Hochplateau nordwestlich der Göppinger Hütte auf einer Höhe von 2.066m. Um den Gamsboden fließt der Alpschellenbach und liegt im Biosphärenpark Großes Walsertal, einem von der UNESCO ausgezeichneten Biosphärenreservat. Wir verlassen diese Hochebene und dringen in eine gänzlich andere Landschaft vor: vom Fels geprägt und beinahe schon vegetationslos.

Diese Landschaft der Etappe Biberacher Hütte zur Göppinger Hütte birgt einen besonderen Reiz, so kahl und nackt aber so strukturiert. Es ist ein Auf und Ab durch diese Hochebene, die zwischen zwei mächtigen Bergsockeln liegend mit vielen kleinen Wasserbecken überrascht. Wir erreichen unser Tagesziel, die Göppinger Hütte, und gönnen uns nach einer wohlverdienten Pause einen kleinen Ausflug hinauf zur Hochlichtspitze. Der etwas steil und kaum gesicherte Steig wird am Gipfel mit einer wunderbaren Aussicht bis nach Lech hinunter belohnt.

Wir lassen den Abend in der Göppinger Hütte bei einem gemütlichen Glas Bier ausklingen und genießen die wohlig warme Unterkunft, während draußen ein Gewitter vorbeizieht. Es hat ein besonderes Flair, von dem geschützten Plätzchen aus das wilde Naturschauspiel zu beobachten. Das Treiben ist so schnell vorüber wie es aufgezogen ist und wir ziehen uns ins Nachtlager zurück.

Diese Etappe ist auch eine der Etappen des Weitwanderweg 01.

Route

Die Route von der Biberacher Hütte zur Göppinger Hütte führt vorbei an Almen (Schadona, Untere und Obere Alpschälalpe), durch das Metzgertobel (Brücke ist ausserhalb der Sommersaison meist abgebaut und somit ist das Tobel nur mit Klettereinlagen zu passieren) über den Gamsboden zur Göppinger Hütte.

Ausgangspunkt

Der Ausgangspunkt dieser Route ist entweder die Biberacher Hütte (klassische Route der Lechquellenrunde gegen den Uhrzeigersinn) oder von der Göppinger Hütte (umgekehrte Route der Lechquellenrunde, also im Uhrzeigersinn). Durch die Länge und die Höhenmeter ist eine Übernachtung auf eine der beiden Hütten für durchschnittliche Wanderer sehr ratsam.

Tour

  • Entfernung: 10km
  • Höhenmeter: ↑ 1098hm ↓ 673hm
  • Dauer: 4,5h
  • Art: Streckenwanderung
  • Beste Zeit: Vormittags
  • Anforderung: Mittlere Bergwanderung (rot)
  • Wegbeschaffenheit: Bergpfad
  • Wegmarkierung: durchgängig rote Markierung
  • Mountainbike: Nein
  • Telefonnetz: teilweise
  • Anfahrt mit dem Bus: Nein
  • Parkplatz: Nein
  • Karte: Kompass Karte

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